100. Delegiertenversammlung in Worblaufen – Veronika Wolff neu im Vorstand



13. April 2026
Hundertmal haben sich die Delegierten des Schweizer Paddelsports nun schon versammelt – und die Jubiläumsausgabe am 21. März 2026 in Worblaufen hatte durchaus etwas Besonderes. 32 Sektionen waren mit 202 Stimmen vertreten, als Präsident Ilja Vyslouzil den Tag mit einem Video vom Kanton Nidwalden einläutete: Reto Wyss zeigte darin, was den Kanusport im Kern ausmacht – nicht nur der Wettkampf, sondern auch die pure Freude am Wasser und die Bereicherung fürs Leben.
Dann das Highlight des Tages: Veronika Wolff wurde einstimmig in den Vorstand für das Ressort Gewässer und Umwelt gewählt – begleitet von warmem Applaus aus der ganzen Versammlung. Mit Vero gewinnt Swiss Canoe eine Persönlichkeit, die Fachkompetenz und Liebe zum Paddelsport verbindet. Als studierte Umweltnaturwissenschaftlerin kennt Vero den Dialog zwischen Behörden und Verbänden bestens. Dass Vero die Gewässer auch von der Wasserseite her kennt, versteht sich fast von selbst. Sie paddelt regelmässig im Wildwasser oder im Seekajak. Als Guide der Kanuschule Versam, ehemaliges Vorstandsmitglied beim Wasserfahrverein Zürich und langjähriges FAKO-Mitglied im Wildwassertourenwesen ist sie im Schweizer Paddelsport bestens vernetzt. Ihr Ziel im Vorstand: den Gewässerzugang sichern, die Klimastrategie schärfen und den Paddelsport im Spannungsfeld von Naturschutz und Energienutzung positionieren.
Doch die Wahlen waren bei Weitem nicht das einzige Highlight des Tages. Die Delegierten verabschiedeten eine überarbeitete Klimastrategie, die nach dem knappen Scheitern im Vorjahr in zentralen Punkten pragmatischer aufgestellt wurde: klarer Fokus auf die direkte Einflusssphäre, Verzicht auf Kompensationsmassnahmen und keine starren Zielvorgaben. Der breitere Ansatz fand breite Zustimmung – 166 Ja-Stimmen sprachen eine deutliche Sprache. Ausserdem überreichte die Arbeitsgruppe Klimastrategie dem Canoë Club Fribourg ein kleines Geschenk als Dank für ihr Engagement für öV-freundliches Paddeln am Swiss Canoe Whitewater Day auf der Saane.
Einstimmig fiel auch die Bestätigung des Beitritts zum Verein «European Championships 2030 Switzerland» aus. Es handelt sich bei den European Championships um ein Multisport-Event mit 19 Sportarten an 7 Standorten, dessen Schweizer Kandidatur von Swiss Olympic beschlossen und finanziert wurde. Die Kanu-Regatta wäre mit Wettkämpfen auf dem Rotsee Teil des Anlasses. Die Delegierten begrüssten die Mitarbeit von Swiss Canoe im Verein, der die Bewerbung der Schweiz für den Anlass vorantreibt. Ebenfalls gutgeheissen wurde die Schaffung eines Entwicklungsfonds, der es Swiss Canoe erlaubt, grössere Projekte wie die Olympia-Vorbereitung 2028 oder neue IT-Projekte über mehrere Jahre hinweg gezielt zu finanzieren.
Finanziell steht Swiss Canoe auf solidem Fundament. Die Jahresrechnung 2025 fiel mit einem Gewinn von CHF 13’421 deutlich besser aus als budgetiert, die Mitgliederzahl wuchs auf 4’340 – mit dem erklärten Ziel, bis 2030 die 5’000er-Marke zu erreichen. Das Budget 2026, nahezu ausgeglichen mit einem symbolischen Plus von CHF 444, wurde von der Versammlung einstimmig verabschiedet. Erfreulich auch: Dem Antrag des Kanu Club Chur für einen Beitrag aus dem Kanuanlagenfonds für eine Slalomanlage am Vorderrhein bei Reichenau – eine Bereicherung für Kaderathlet:innen und Tourenpaddler:innen gleichermassen – wurde einstimmig gutgeheissen.
Bevor Präsident Ilja Vyslouzil die Versammlung um 13.45 Uhr schloss und zum Apéro einlud, rief er die Delegierten auf, den gemeinsamen Geist in ihre Clubs zu tragen.
Willkommen im Team, Vero – und auf die nächsten hundert Jahre Swiss Canoe!




