Kanu-Regatta: Schweizer zeigen starke Auftritte am Weltcup

11. Mai 2026
Der erste Regatta-Weltcup der Saison war in diesem Jahr weit mehr als nur ein Stelldichein in die Saison: Im ungarischen Szeged ging es letztes Wochenende bereits erstmals um die Olympiaqualifikation für Los Angeles 2028. Dafür führte der Internationale Kanuverband ein neues Rankingsystem mit zehn Wettkämpfen ein.
Entsprechend machte in der Kanu-Hochburg Ungarn die gesamte Weltelite ihre Aufwartung; über 60 Nationen standen am Start. Das enorm hohe Niveau spürten die Schweizer gleich zum Auftakt. So zeigte der Kajakvierer mit Luca Lauper, Sven Hirzel, Fynn Wyss (alle Kanuclub Rapperswil-Jona) und Aaron Schmitter (Kanuclub Nidwalden) ein solides Rennen. Sie kamen im Vorlauf über 500 Meter als Sechste über die Ziellinie – nur 2,1 Sekunden hinter den Olympiasiegern aus Deutschland. Dennoch schied das junge Schweizer Quartett in der Königsdisziplin sogleich aus.
Für das Schweizer Highlight besorgt war die einzige Frau im Swiss Canoe Team. Über 1'000 Meter qualifizierte sich Franziska Widmer vom KCRJ souverän für das A-Finale. In diesem erreichte sie Rang 7 und stellte mit 3:56.73 eine neue persönliche Bestzeit und einen Schweizer Rekord auf. Ihre Formstärke bewies Widmer auch über 500 Meter. Zwar beendete sie den Wettkampf auf dem für Widmer enttäuschenden 25. Platz, jedoch paddelte sie in ihrer Karriere noch nie schneller als die 1:53.70 Sekunden.
Pech bekundete der aufstrebende Luca Lauper im Kajak-Einer: Über 500 Meter verpasste der 20-Jährige bloss um 4 Hundertstel den Einzug in sein erstes A-Finale an einem Weltcup. Welch ausserordentliche Leistung das ist, lässt sich daran erkennen, dass sich der deutsche Weltmeister Tom Liebscher hinter Lauper klassierte. Zudem stellte Lauper mit 1:37.62 eine neue Schweizer Bestzeit auf. Im B-Finale rangierte sich der Student – bei nicht mehr ganz so schnellen Verhältnissen – letztendlich auf Rang 14.
Einen 21. Rang setzte es für Lauper bei seiner internationalen Langstrecken-Premiere über 5000 Meter ab. Dabei zog er im internen Duell knapp den Kürzeren: Tim Müller (ebenfalls vom KCRJ) reihte sich drei Sekunden vor ihm auf Rang 20 ein. Bei den Frauen beendete Widmer ihr erstes Langstreckenrennen seit Längerem als 13. Die Einsätze in dieser nichtolympischen Disziplin hatten gute Gründe: In solchen Disziplinen lassen sich wertvolle Punkte holen, die in das neue Olympia-Qualifikationssystem einfliessen.
Text: Fabio Wyss
