Wildwasserabfahrt: Altbewährtes und viel Neues in Schottland

28. August 2026
Neue Austragungsorte waren in den vergangenen Jahren ein rares Gut in der Wildwasser-Abfahrt. Umso erfreuter nahm das Schweizer Team die Reise nach Schottland in Angriff, ein bisher weisser Fleck auf der Abfahrts-Landkarte. Gleichzeitig stellte die weite Reise auch einige logistische Herausforderungen, die vom Betreuungsteam rund um den neuen Nationaltrainer Luis Clavadetscher jedoch hervorragend gemeistert wurden.
Das Jahr 2026 markierte einen Generationenwechsel im Nachwuchsteam von Swiss Canoe. Zahlreiche der erfolgreichen Athletinnen und Athleten der letzten Jahre wechselten die Alterskategorie von U18 zu U23 oder zur Elite und besonders durch den Rücktritt von Luis Clavadetscher entstand eine nicht zu vernachlässigende Erfahrungslücke bei den Herren. Entsprechend mussten auch die Erwartungen an Medaillengewinne im Vergleich zu den letzten Jahren etwas heruntergeschraubt werden.
Gleich am ersten Renntag zeigten die jungen Athletinnen und Athleten dann aber, dass auch sie bereits zu den Medaillenkandidat:innen gehören. Sara Kopp und Mia Schläppi, im letzte Jahr noch bei den Juniorinnen startberechtigt, sorgten im C2 der U23 Frauen für die erste Schweizer Medaille an dieser Europameisterschaft. Fast gleichgetan hätten es ihnen José Voegtlin und Samuel Peter im U23 Herren-C2. Nur neun Sekunden trennten sie nach fast 17 Minuten Fahrzeit vom Podest.
Ebenfalls ein ansprechendes Resultat erreichte Mona Clavadetscher als 8. im K1 bei den U23 Frauen.
Die U18 Athletinnen und Athleten mussten am den ersten Renntagen Lehrgeld bezahlen. Die ungewohnt lange und untiefe Strecke verlangte technische Präzision und physische Substanz gleichermassen, bereits kleine Unsauberkeiten führen zu sehr grossen Zeitabständen auf die Besten. Es wurde deutlich, woran über den Winter und im nächsten Frühling gearbeitet werden muss.
Nachdem in den Teamrennen keine weitere Medaille dazukam, wurden die Sprintrennen mit Spannung erwartet. Die mitgereisten Fans wurden dann auch nicht enttäuscht. Am letzten Renntag liefen die Schweizer U23 Herren-C2s zu Höchstform auf. José Voegtlin und Samuel Peter sicherten sich mit einem herausragenden Finallauf die Silbermedaille und den Titel des Vizeeuropameisters. Damit führen sie die seit 2019 andauernde Tradition von Schweizer Medaillen im U23 Herren-C2 nahtlos fort. Für ein Ausrufezeichen sorgten auch Selim Rindlisbacher und Jonas Kronenberg, die im gleichen Rennen Platz 5 erreichten.
Ebenfalls die Finalläufe erreichten Mona Clavadetscher im K1 bei den U23 Frauen und Selina Amrein im C1 der Juniorinnen.
Eine deutliche Steigerung zeigten auch die Juniorinnen und Junioren. Ihnen gelangen im zweiten Qualifikationsläufe durchs Band bessere Leistungen als im ersten Lauf.
Mit zwei Medaillen und viel Erfahrung im Gepäck trat das Schweizer Team die lange Heimreise an. Die nächsten Wochen wird das Trainer:innenteam nutzen, um die Resultate auszuwerten und die richtigen Schlüsse für das Wintertraining zu ziehen. Die neue Generation Athletinnen und Athleten soll schliesslich genauso erfolgreich werden wie die letzte.
Text: Annalena Momot
Bilder: A. Edmonds





