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Silber im Kanadier-Zweier der Damen, starke Einzelleistungen – und dann eine Woche voller kleiner und grosser Missgeschicke: Das Schweizer Abfahrtsteam hat an der WM in Banja Luka alle Register gezogen. Am Ende blieb eine Medaille, etwas Enttäuschung und die feste Überzeugung, dass der Vrbas noch eine Rechnung offen hat.

28. Mai 2026


Seit gut zehn Jahren gehört Banja Luka zu den festen Grössen im Wildwasserabfahrt-Kalender. Der Vrbas hat schon unzählige WM- und Weltcupmedaillen über alle Alterskategorien vergeben – und doch hielt die bosnische Strecke in der WM-Woche 2026 eine Überraschung bereit. Der Fluss führte aussergewöhnlich viel Wasser, und die Sprintstrecke durch den Canyon verwandelte sich in ein manchmal unberechenbares Durcheinander aus hohen Wellen und riesigen Wirbeln. Wer dachte, er kenne diesen Kurs in- und auswendig, sah sich schnell eines Besseren belehrt.

Das Schweizer Team war mit grossen Ambitionen angereist – und die Resultate der letzten Saison liessen berechtigte Hoffnungen auf Edelmetall zu. Schon am ersten Renntag sollten sich diese bestätigen: Mona Clavadetscher und Hannah Müller erpaddelten sich gemeinsam den Vizeweltmeisterinnentitel im Kanadier-Zweier der Damen – ein grossartiger Auftakt. Ebenfalls stark präsentierten sich Linus Bolzern als 6. bei den Herren und Hannah Müller als 8. bei den Damen, beide im Kajak-Klassik. Jonah Müller und Cornel Bretscher komplettierten die starken Teamleistungen mit einem 8. Platz im Kanadier-Zweier der Herren. Und auch die U23-Athlet:innen wussten zu überzeugen: Samuel Peter (28.), Mona Clavadetscher (15.) und Nora Zeder (26.) zeigten, dass sie im Elite-Feld längst angekommen sind.

Dann begann das Pech. Als erstes erwischte es Teamleader Linus Bolzern: Er erkrankte nach dem Klassikrennen und musste die restliche WM vom Bett aus verfolgen. Ein herber Verlust für das Team. Jonah Müller verpasste wegen eines Fahrfehlers das Finale im Kanadier-Einer, und auch bei den Kajak-Rennen der Damen und Herren gelang jeweils nur einem Boot der Sprung in den Final. Die Ausgangslage vor den Sprintfinals war trotzdem noch vielversprechend: Hannah Müller hatte sich im Kajak als Drittqualifizierte ins Finale manövriert, und im Kanadier-Zweier der Damen hatten Mona Clavadetscher und Hannah Müller sogar die Bestzeit aus der Qualifikation mitgebracht.

Doch die unberechenbare Strecke zeigte am letzten Wettkampftag ihr wahres Gesicht. Fahrfehler hier, eine missratene Welle dort – und eine Medaillenhoffnung nach der anderen zerschlug sich. Hannah Müller und Cornel Bretscher schlossen die Kajak-Finals jeweils auf dem 15. und letzten Platz ab. Im Kanadier-Zweier der Herren klassierten sich Jonah Müller und Cornel Bretscher auf Rang 8, und Mona Clavadetscher und Hannah Müller bei den Damen auf Platz 5 – schmerzhaft nah an der Medaillenzone, aber letztlich ohne Edelmetall.

Die abschliessenden Teamrennen brachten immerhin noch etwas versöhnliche Töne: Die Damen überzeugten mit einem starken 5. Platz. Bei den Herren war Jonah Müller kurzfristig für den erkrankten Linus Bolzern eingesprungen und zeigte eine eindrückliche Leistung – ein Fahrfehler verhinderte aber ein gutes Ergebnis, und das Herrenteam schloss auf Rang 11 ab. So reiste das Schweizer Team am Ende mit der Silbermedaille, einigen verpassten Chancen und einem klaren Antrieb im Gepäck nach Hause: Der Vrbas wird die Schweizer Abfahrt-Elite schon bald wiedersehen.


WM Team
 

Linus Bolzern, Cornel Bretscher, Samuel Peter, Hannah Müller, Mona Clavadetscher, Nora Zeder, Jonah Müller
Betreuer: Janis Amstad, Marc Chevalier

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