Regatta: Olympic Hopes Szeged (HUN)

Sonntag, 4. Oktober 2020 - 20:17

Am grössten internationalen Nachwuchswettkampf der Saison stellte die Schweizer Nationalmannschaft ein verhältnismässig grosses Team mit sechs Kanuten. Insgesamt war die «Olympic Hopes Regatta» in Szeged (Ungarn) mit 22 Nationen weniger stark besetzt als auch schon. «Mit den Ungarn und anderen starken osteuropäischen Nationen hatten wir aber mit echten Gradmessern zu kämpfen», sagt Nachwuchsnationaltrainer Matthias Krähenbühl, RLZ-Trainer Stephan Steger ergänzte das Trainerteam.
Ihre Athleten kämpften nicht nur tapfer, sondern auch beachtenswert: Insgesamt neun Finalplatzierungen schauten heraus – etwas noch nie Dagewesenes für Schweizer Verhältnisse. Beinahe Historisches schaffte auch der 15-jährige Luca Lauper. Im Kajak-Einer-Final über 1000 Meter paddelte der Athlet vom KC Rapperswil-Jona zu Platz vier. Eine Einermedaille hätte eine Premiere bedeutet für den Schweizerischen Kanuverband, dazu fehlten knapp zwei Sekunden. Ein weiteres Spitzenergebnis erzielten die beiden 16-jährigen Silvan Diethelm aus Romanshorn und Raphael Muff aus Rapperswil-Jona. Im Kajak-Zweier über 500 Meter querten die beiden als fünftes Boot die Ziellinie. Muff zeigte sich ebenfalls im Einer in einer starken Form und zog über 1000 und 500 Meter ins Finale der besten neun ein. Dort reichte es zu Rang 9 respektive 7.
Den Jungs in nichts nach stand die einzige weibliche Schweizer Athletin: Maria Leistner vom KC Romanshorn. In der U15-Kategorie reichte es über 200 und 500 Meter jeweils zum Finaleinzug. Mit Rang 7 über 200 und dem sechsten über 500 Meter paddelte sie dort beinahe auf Augenhöhe mit den schnellsten gleichaltrigen Kanutinnen Europas.
Entsprechend zieht Nachwuchsnationaltrainer Matthias Krähenbühl ein positives Fazit: «Es ist schön zu sehen, dass sämtliche Athleten beim wichtigsten Wettkampf des Jahres über sich hinauswachsen.» Laut Krähenbühl fehlen physisch noch Trainingskilometer für Podestplätze. Zudem seien die Konkurrenten aus Osteuropa in der körperlichen Entwicklung schon weiter. «Wir kompensieren viel mit einer sauberen Paddeltechnik – und physisch holen wir auf», so Krähenbühl.

Text: Fabio Wyss
Bilder: Stephan Steger