Wasserzeichen 2015: lasst die Moesa frei fliessen!

Sonntag, 21. Juni 2015 - 5:11


Über 150 Kanufahrer und Kanufahrerinnen warben am Samstag bei Grono für eine frei fliessende Moesa und den Schutz dieses einzigartigen Naturjuwels. Der Schweizerische Kanu-Verband und der WWF protestierten mit dieser Aktion gemeinsam gegen ein geplantes Kleinkraftwerk der Axpo zwischen Lostallo und Cama.

 

Ein weiterer wertvoller Fluss wird durch ein unnötiges Kleinkraftwerk bedroht, welches nur dank der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV)  rentiert. Mit der von der Axpo geplanten Wasserfassung auf dem Gemeindegebiet von Lostallo würde die Lebensader des Misox auf einem der letzten wilden, weitgehend natürlichen Abschnitte zu einem Rinnsal verkommen. Dies um gerade Mal 0.03% des schweizerischen Strombedarfs zu decken

 

”Das Kraftwerk-Projekt würde nichts zur Energiewende beitragen, aber den artenreichsten Fluss Graubündens stark beeinträchtigen”, sagt Anita Mazzetta, Geschäftsführerin des WWF Graubünden.  Die Moesa ist das Gewässer mit der grössten Vielfalt an Fischarten in Graubünden.  Auengebiete von nationaler Bedeutung reihen sich hier wie eine Perlenkette aneinander. Arten wie die Marmorata-Forelle, die in der Schweiz praktisch ausgestorben ist und daher höchste Schutzpriorität geniesst, leben in der Moesa. Auch bei den Fischern stossen die Pläne der Axpo darum auf Ablehnung.

 

Ein einzigartiges Naturparadies für Fischer, Kanuten und Naturliebhaber

In den letzten Jahren hat der Kanton Graubünden viel investiert, um bauliche Hindernisse in der Moesa zu beseitigen,  die Fischwanderung wieder herzustellen und Auen zu revitalisieren. Mit dem neuen Gewässerschutzgesetz sollen auch weitere bestehende Beeinträchtigungen beseitigt werden. Damit würde die Moesa definitiv in die Topliga der Schweizer Gewässer aufsteigen. Das neue Kraftwerk droht jedoch all diese Bemühungen zunichte zu machen. Nicht nur Fische und Ökologie hätten dann das Nachsehen, sondern auch der Kanusport.

 

In ganz Europa sind Wildwasserstrecken wie die Moesa heute selten geworden. Die Moesa ist in der Schweiz  einer der letzten Flüsse, der fast ganzjährig befahren werden kann. “Die Moesa hat für den Kanusport eine internationale Bedeutung und muss unbedingt erhalten bleiben”, sagt Balz Bütikofer, Präsident des Schweizerischen Kanu-Verbandes.  Darum laufen  Bestrebungen für einen Campingplatz und ein nationales Wassersportzentrum im Misox. Doch mit dem Kraftwerk-Projekt wären diese Bemühungen,  die auch für den regionalen Tourismus und die Entwicklung der Region Mesolcina wichtig wären, hinfällig. Die Paddlergemeinschaft aus der Schweiz und dem angrenzenden Ausland und der WWF setzen sich daher für eine frei fliessende Moesa ein.

 

Weitere Auskünfte:

Anita Mazzetta, Geschäftsleiterin WWF Graubünden, 076 500 48 18
T
ino Reinecke, Verantwortlicher Umwelt und Gewässer, Schweizerischer Kanu-Verband, 078 614 21 21

 

Mehr Informationen:

"Rettet die Moesa": http://wwf-gr.webofsections.ch/fileadmin/data/wwf_gr/2015/TExt/moesa_de_low.pdf

"Salvate la Moesa": http://wwf-gr.webofsections.ch/fileadmin/data/wwf_gr/2015/TExt/moesa_it_low.pdf