Vorschau Kanu WM Muota

Mittwoch, 30. Mai 2018 - 15:31

Wir schreiben das Jahr 1973. In einem versteckten Tal in der Innerschweiz trifft sich alles was im Kanusport Rang und Nahmen hat zur Weltmeisterschaft der Disziplinen Kanu-Slalom und Wildwasserrennsport. Das Schweizer Fernsehen überträgt die bei strömendem Regen und entsprechenden Wasserständen stattfindenden Wettkämpfe live, die Schweizer gewinnen vier Medaillen. Augenzeugen berichten, dass am Ufer der Muota vor lauter Zuschauern kaum mehr Platz für die Torrichter, Trainer und Betreuer zu finden war.

45 Jahre später bereitet sich das gleiche Tal wieder auf eine Kanu Weltmeisterschaft vor. Dieses Mal kommen die Wildwasserrennsport-Athletinnen und -Athleten alleine nach Muotathal. Slalom-Weltmeisterschaften finden schon lange nicht mehr auf natürlichen Strecken statt und auch von einer Liveübertragung im Fernsehen kann man nur noch träumen. Einiges ist aber doch gleich geblieben. Nach wie vor sorgt die Strecke rund um den berühmt-berüchtigten Muotastein für einen erhöhten Puls bei den Athletinnen und Athleten, wieder sollen Zuschauermassen die einmalige Naturarena an der Muota füllen und die Innerschweizer Kanuclubs, allen voran der Kanu-Club Zug, sind federführend in der Organisation.

Heute wie damals sind die Schweizer Athletinnen und Athleten bereit, vor dem Heimpublikum alles zu geben. Traditionsgemäss ist der Wildwasserrennsport eine der erfolgreichsten Sportarten des Schweizerischen Kanu-Verbands. Angeführt von Altmeisterin Sabine Eichenberger aus Brugg will das Schweizer Team daher an die Erfolge von 1973 anknüpfen und wieder Edelmetall aus den wilden Wassern der Muota fischen. Die heisseste Schweizer Medaillenkandidatin ist dabei die mehrfache Junioren- und U23-Weltmeisterin Melanie Mathys aus Solothurn. Bereits im letzten Jahr unterstrich sie an den ebenfalls auf der Muota stattfindenden Weltcuprennen mit den Rängen 1 über die klassische Distanz und 3 im Sprint ihre Ambitionen auf eine WM-Medaille. Auch Sabine Eichenberger hat sich eine Medaille zum Ziel gesetzt. Das Wildwasserrennsport-Urgestein wird die anspruchsvolle Strecke im Einercanadier in Angriff nehmen und rechnet sich über die klassische Distanz die grössten Chancen aus. Bei den Herren ist dem erst 19-jährigen Luzerner Linus Bolzern am ehesten ein Exploit zuzutrauen. Auch er machte im letzen Jahr mit einem 5. Rang am Klassischen Rennen des Weltcups die internationale Konkurrenz auf sich aufmerksam. Dazu kommen die Mannschaftsrennen bei den Damen, Herren und Canadiern, in denen die Schweizer ihren Heimvorteil nutzen möchten.

Das komplette Schweizer Team:

K1 Damen

Melanie Mathys, Solothurner Kajakfahrer

Hannah Müller, Kanuclub Nidwalden

Flavia Zimmermann, Kanuclub Nidwalden

K1 Herren

Nico Meier, Solothurner Kajakfahrer

Linus Bolzern, Kanu-Club Luzern

Robin Häfeli, Solothurner Kajakfahrer

Cornel Bretscher, Kanuclub Nidwalden

C1 Damen

Sabine Eichenberger, Kanu-Club Brugg

C1 Herren

Fabio Gretener, Kanu-Club Luzern

Benjamin Müller, Kanuclub Nidwalden

Jonah Müller, Kanuclub Nidwalden

Betreuung

Marcel Eichenberger, Head Coach Wildwasserrennsport

Kristin Amstutz Schläppi, Coach Junioren Wildwasserrennsport

Annalena Kuttenberger, Assistant Coach Wildwasserrennsport

Marc Chevalier, Physiotherapeut

Programm

Los geht es am Donnerstag, 31.05.2018 ab 11.00 Uhr mit den Einzelrennen über die klassische Distanz. Am Freitag stehen ab 11.30 Uhr die entsprechenden Team-Wettkämpfe auf dem Programm, bevor das Wochenende dann ganz im Zeichen des Sprints steht. Mittendrin findet am 02. Juni 2018 auch noch die KayakCross Schweizermeisterschaft statt. Infos zu diesem Rennen gibt es unter www.kayakcross.ch.

Live Stream

Alle Wettkämpfe werden live auf www.canoeicf.com übertragen (auf der Frontseite nach unten scrollen).

Hopp Schwiiz!