Regatta: Weltcup 2 Duisburg (GER)

Montag, 28. Mai 2018 - 20:08

Wyss sieht bei glanzloser Rückkehr Hoffnungsschimmer

Beim zweitem Weltcup der Regatta-Kanuten in Duisburg gelang dem Schweizer Team kein Exploit. Für Fabio Wyss, der nach viermonatiger Verletzungspause ins Wettkampfgeschehen eingriff, gibt es trotzdem Grund für Optimismus. Es war ein ungewisses Unterfangen. Andri Summermatter vom KC Schaffhausen und der Rapperswiler Fabio Wyss bildeten für den Weltcup im deutschen Duisburg einen neuen Zweier. Sie sind beide die schnellsten Schweizer Regatta-Kanuten der letzten Jahre, doch in dieser Saison könnten die Vorzeichen nicht unterschiedlicher sein: Während Summermatter vor Wochenfrist in Ungarn neue persönliche Bestzeiten aufstellte, laborierte Wyss von Januar bis April an einem Tennisellbogen. Für ihn bedeutete der Weltcup im Ruhrgebiet sogleich Saisoneinstand. «Die Trainings im Zweier liefen erstaunlich gut, deswegen wollten wir am Weltcup an den Start gehen», sagte der 28-jährige Wyss im Vorfeld des Wettkampfes.

Ohne Kraft, aber mit Harmonie

Dass sie mit der Konkurrenz mithalten können, bewiesen sie im Halbfinale über 1000-Meter. Auf die slowakischen Vizeweltmeister verloren sie nur fünf Sekunden und waren in Tuchfühlung mit einem Platz im B-Finale der besten 18 Booten. Um dieses Ziel zu erreichen, fehlte am Schluss etwas mehr als eine Sekunde. Trotzdem meint Summermatter nach dem Lauf: «Das Boot harmonierte, und die Taktik haben wir wie geplant umgesetzt.» Verantwortlich für das Ausscheiden machte Schlagmann Wyss sein Trainingsrückstand. Am Start und beim Endspurt fehle noch die Kraft, um das Boot richtig zu beschleunigen. Das habe damit zu tun, dass er über vier Monate auf Krafttraining verzichten musste und vier Kilogramm Muskelmasse verloren habe.

Nach dem Zweier standen Einsätze in der Einerkonkurrenz an. Summermatter zeigte wie noch in Ungarn seine gute Form. Diese reichte aber im starken Feld über die olympischen 1000-Meter nicht für eine B-Final-Qualifikation. 15 Hundertstel fehlten dafür. «Im Halbfinale auszuscheiden, ist nie toll, der Rückstand auf die Spitze wird aber immer kleiner. Das ist momentan das Wichtigste.» Den Rückstand in Grenzen halten, konnte auch Wyss über die 500-Meter. Er verlor fünf Sekunden auf die Spitzenfahrer, trotzdem blieb er im Halbfinale chancenlos. Summermatter hingegen zeigte sich trotz bereits vieler Renneinsätze spritzig. Er platzierte sich schlussendlich im C-Finale auf dem 24. Rang.

«Es gibt mir Hoffnung für die Weltmeisterschaften»

Abgeschlossen wird der Weltcup der Kanuten traditionell mit dem Langstreckenrennen über 5000-Meter – der Paradedistanz von Wyss. Tatsächlich wusste er zu überzeugen. Nachdem er am Start stark zurückgebunden war, kämpfte er sich stetig nach vorne. Die Aufholjagd führte ihn bis zu seinem Teamkameraden. In einem packenden Finish hielt Summermatter seine Bootsspitze aber vorne. Beide klassierten sich in der ersten Ranglistenhälfte auf den Plätzen 13 und 14. Ein Resultat, dass Wyss Zuversicht bereitet: «Es gibt mir Hoffnung für die Weltmeisterschaften, dass ich über 5000-Meter mithalten konnte.» Diese findet in drei Monaten statt. Ob die beiden schnellsten Schweizer dort gemeinsam an den Start gehen, ist momentan noch nicht klar. Davon abhängig ist Summermatters Ergebnis im Einerkajak an der Europameisterschaft in zwei Wochen. Wyss fehlt dort prüfungshalber.

Resultate Herren

Kajak-Einer 500m

1. Josef Dostal (CZE) 1:38.717

2. Artuur Peters (BEL) 1:39.405

3. René Holten Poulsen (DEN) 1:39.928

Ferner: 6. im C-Finale (Gesamt 24.) Andri Summermatter 1:42.872, im Halbfinale ausgeschieden Fabio Wyss

Kajak-Einer 1000m (olympische Distanz)

1. Max Rendschmidt (GER) 3:26.559

2. Artuur Peters (BEL) 3:27.179 3.

Tom Liebscher (GER) 3:27.508 Ferner: Im Halbfinale ausgeschieden Andri Summermatter

Kajak-Einer 5000m

1. Max Hoff (GER) 19:19.514

2. Eivind Vold (NOR) 19:21.288

3. Jon Amund Vold (NOR) 19:43.059

Ferner: 13. Andri Summermatter 20:43.063, 14. Fabio Wyss 20:44.256

Kajak-Zweier 1000m (olympische Distanz)

1. Max Hoff / Markus Gross (GER) 3:11.974

2. Peter Gelle / Adam Botek (SVK) 3:13.744

3. Riley Fitzsimmons / Jordan Wood (AUS) 3:14.577 Ferner: Im Halbfinale ausgeschieden Fabio Wyss / Andri Summermatter

Text/Bild: Fabio Wyss